Das Schützencorps Emden

Das Schützencorps Emden ist ein Traditionsreicher Verein mit einer langen Geschichte, die bis ins 15. Jahrhundert zurück geht. Im folgenden Text findet sich eine kleine historische Zusammenfassung zur Entstehung des jetzigen Schützencorps. Alle Informationen entstammen der Festschrift zu 550 Jahren Emder Schützen (2015). 


Das Schützencorps Emden gehört zu den ältesten Schützengesellschaften in Deutschland. Es entstand in einer Zeit, in der sich die Bürger noch unabhängig von Herkunft und Stand in Gilden oder Bruderschaften zusammenschlossen, um ihre Städte zu verteidigen. 
Um 1465 dürfte sich demnach das Emder Schützenwesen geformt haben. Im 15. und 16. Jahrhundert entwickelten sich in Anlehnung an Turniere der Ritterzeit auch die Schützenfeste.  

Für die damaligen Königsschießen war auf dem Land wie auch in der Stadt das "Abschießen des Stangenvogels" üblich. Daher ergibt sich der silberne Papagei, welcher mit zum ältesten Bestand des Silberschatzes Emdens zählt. Auch heute trägt der Schützenkönig noch eine getreue Nachbildung zu feierlichen Gelegenheiten. 

Nach dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufschwung im 16. Jahrhundert begannen auch die Schützen sich nach 1500 zu entfalten und bildeten bald eine angesehene Position. 

Allem Anschein nach, war die Emder Schützengilde zu Beginn des 16. Jahrhunderts noch das Rückrad der Bürgerwehr, hob sich aber danach immer weiter davon ab. Die Wandlung ging hin zu einer Organisation, die sich dem besonderen Waffendienste widmete und besondere Auszeichnungen für besondere Schießleistungen verteilte - und natürlich die Schützenfeste ausrichtete. 

Die Schützengilde verlor nach einiger Zeit ihre einstige bedeutsame Rolle für die Wehrhaftigkeit der Bürger und wurde zu einer Vergnügungsgesellschaft. Die Schützenfeste hatten ihre Höhepunkte gehabt und  damit begann der Fall des Schützenwesens. Dies war aber nicht nur auf Emden beschränkt, sondern überall. 


Das Emder Schützencoprs an sich formierte sich dann 1848 aus der 1. Kompanie der Emder Bürgerwehr. Die Schützenfeste wurden dann wie auch heute noch gefeiert. Dies war anders als es früher üblich und auch heute vielerorts noch üblich ist nicht zu Pfingsten, sondern gegen Ende des Sommers. 

Der erste Hauptmann des Schützencorps Emden war J.H. Kortkampf (1848-1852). Der darauf folgende war dann J.F. van den Felsen (1852-1894). 
Man konnte jetzt die Wiedergeburt des Emder Schützenwesens erleben. Wie früher schon einmal sammelten sich jetzt auch wieder hauptsächlich Angehörige des Emder Handwerks als Träger des Schützenwesens. 
Um dem Corps mit seinen rund 50 Mitgliedern in der Bevölkerung halt zu geben, richtete man vom 2. - 4. September das erste Emder Schützenfest der neueren Zeit aus (Aufstellung Bild). 

In den letzten Jahren des 19 Jahrhunderts hatte sich das Schützenfest dann zu einem ostfriesischem Volksfest entwickelt, das aus allen Teilen des Landes besucht wurde. 

Im Jahre 1906 gründete sich dann der Ostfriesische Schützenbund. Zu den Initiatoren zählten hier auch mehrere Emder. 

1927 wurde dann in Anregung von Reinhard Peters das Emder Jungschützencorps gegründet. Er war auch Jugendleiter des Ostfriesischen Schützenbundes und Verbindungsmann zwischen Schützencorps und Jungschützen. 

Nachdem im September 1939 das Volksfest aufgrund des Ausbruches des 2. Weltkrieges ausgefallen war, ruhte das Vereinsleben bis zum 1.12.1947. Wie auch viele andere Gebäude fiel der Schützenhof an der Gänsebrücke dem Krieg zum Opfer. 

Am 8. November 1948 nannte sich die Gesellschaft dann offiziell "Schützenverein". Dieser Name wurde aber bald wieder in das altgewohnte "Schützencorps" geändert. 

Im September 1949 fand dann Termingerecht - da es ja das 100. war - wieder das Emder Schützenfest statt. 

Am 1.5.1951 wurde dann auch die Jungschützenabteilung wieder ins Leben gerufen. Damals gab es 12 junge Menschen mit dem Interesse am Schießsport. Damals war es aufgrund der Auswirkungen des Krieges nicht einfach, junge Leute für den Schießsport zu gewinnen. 

Am 22.04.1955 wurde dann auch der Emder Spielmannszug gegründet. 

1959 konnte man dann feierlich den Grundstein für den neuen Schützenhof an der Boltentorstraße legen. Einweihungsfeier war dann der 24. September 1960. 

1961 bildete sich dann das "Emder Schützen-Damenkränzchen". 

Am 06. September 1963 besaß das Schützencorps dann auch endlich seinen eigenen Festplatz. 
Im Rahmendes 116. Schützenfestes wurde dann 1965 "500 Jahre Emder Schützen" gefeiert. 

Bei der Hauptversammlung 1969 wurden dann die ersten weiblichen Mitglieder aufgenommen. 32 Damen wurden unter "Neuaufnahmen" aufgeführt. 1990/91 fand man auch die ersten weiblichen Trachtenträgerinnen im Schützencorps, die im Spielmannszug waren. 

Am 19. März 2001 geht das Schützencorps online.  Die Internetseite http://www.schuetzencorps-emden.de/ wird erstellt! 

2003 kam bei den Sportlichen Leistungen sogar ein Titel bei den Deutschen Meisterschaften zum Emder Schützencorps. 

Am 12. September 2012 fand dann die feierliche Fahnenweihe in der Martin Luther Kirche in Emden statt. Ein besonderes Ereignis, da die letzte Fahnenweihe schon 50 Jahre her war. 

2015 feierten die Emder Schützen feierlich in einem Festzelt auf dem Schützenplatz mit viele geladenen Gästen aus Gesellschaft und Politik das Jubiläum zu "550 Jahren Emder Schützen".